Aktuelles Rudern

Aktuelles Kanu

Share this post
FaceBook  Twitter  

Vor einiger Zeit fragte mich mein 2er Partner Markus Stollnberger ob es mich nicht freuen würde einen etwas längeren Marathon auf der Weser  zu bestreiten – 135km auf einem leicht rinnenden Gewässer. Ohne großartig nachzudenken sagte ich zu,( denn ich dachte nach unserer Innsbruck –Linz Tour letztes Jahr 382km in drei Tagen können mir läppische 135km auch nichts anhaben).weser

Am Samstag um 6 Uhr gings los ca. 5 Stunden Autofahrt nach Hannover-Münden in Niedersachsen. Boot abladen, Hotel besichtigen, Startkarte holen und dann gings auch schon zum Autoüberstellen (wieder 2h  im Auto) in unseren Zielort  nach Hameln (Rattenfänger).

Bis dorthin war ich eigentlich der Meinung dass es wahrscheinlich nicht sehr viele Wahnsinnige geben wird die sich so einer Strapaze stellen würden – doch ich täuschte mich denn es waren 1600 Teilnehmer genannt. Ruderer und Kajakfahrer, 1er bis zum 4er, alles was irgendwie schwimmt, von Jung bis (wirklich Stein-) Alt.

Von Hameln  kamen wir dann wieder per Shuttleservice  zu unserem Hotel. Diesmal leider drei Autostunden und wir erreichten erschöpft um 21 Uhr unser Hotel.

 

 

Vorab muss man sagen dass es kein klassisches Rennen war sondern eher eine Mischung aus Wanderfahrt und Marathonrennen – es  gab keine wirkliche Zeitnehmung und auch keine wirkliche Startzeit, nur die Empfehlung sich mit der ersten Schleusung beim Kraftwerk  um 5.45h morgens  mit schleusen zu lassen.

 

RENNTAG

Bei uns gings um 5.30 aufs Wasser – und da wir den großen Rummel in der Schleuse umgehen und die sicher darauf folgende Karambolage mit den Ruderern vermeiden wollten  übertrugen wir das Kraftwerk. (Natürlich waren wir nicht die einzigen und stellten fest dass sich schon einiges am Wasser tat). Die ersten paar Kilometer waren ziemlich hart – Dunkel, kalt und MÜDE – schön langsam wurde mir bewusst dass 135km doch länger sind als ich sie in meiner Erinnerung hatte.

Die Besonderheit bei dem Wesermarathon war dass die ganze Strecke kein Kraftwerk war und man theoretisch nie austeigen musste (LEIDER). Doch nach 41Kilometern war es dann soweit, Pinkelpause. Leider war es sehr kalt und wir hatten leichten Gegenwind, darum pausierten wir keine 5 Minuten.

Die ganzen 135km wurden wir nur von 3 Ruderervierern überholt, und wir überholten dutzende Wanderpaddler.

Nach 82km nächste kurze Pause. Mittlerweile nieselte es auch noch und wir holten unsere langen dicken Paddeljacken aus dem Bootssack.

Die Landschaft rund um die Weser hatte auch “einiges“ zu bieten sehr viele Kurven und eine Kurve schaute gleich aus wie die andere – ein Traum für jeden Paddler der bereits fast 100km in den Händen hatte ;-)

Bei Kilometer 115 machten wir den letzten Stopp. (mein Gesäß  freute sich höllisch)

Und dann war es endlich soweit,  nach ziemlich genau 10Stunden hatten wir die 135km von Hann.-Münden nach Hameln geschafft. Wir waren dass 2te Kajakboot dass ankam(die anderen sind noch viel früher gestartert) und  jeder bekam eine goldene Medaille für die geschaffte Strapaze.

 

Leider war die Heimfahrt nicht viel weniger anstrengend wie der Marathon an sich denn nach 135 gepaddelten Kilometern folgten jetzt fast 1000km (nach Wien) mit dem Auto. Wir kämpften jedoch äußerst tapfer gegen den Schlaf und erreichten gegen Mitternacht Linz wo ich Markus “rauswarf“ und ich kam gegen 2Uhr in der Früh in Wien an.

 

Jedoch trotz des enormen Aufwands  und der großen Anstrengung  war es ein sehr gelungenes und trotzdem schönes Wochenende.

Und vielen Dank noch einmal an Markus der wirklich alles super organisiert hatte.